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Gestärkt und nun wieder guten Mutes machte sich der kleine Vogel am nächsten Morgen erneut daran, seine Mutter zu suchen. Als er in den Himmel blickte, sah er hoch über sich einige Vögel pfeilschnell durch die Luft gleiten. Da schwang auch er sich empor und suchte es ihnen gleichzutun. Es war eine rechte Freude, so durch die Luft zu sausen.

Als er zu einem der Vögel empor-
gestiegen war sah er, dass er ein schwarzweißes Gefieder trug: "Hallo!" rief er ihm zu, "warte auf mich! Bist du meine Mama?" "Ob ich deine Mutter bin willst du wissen? Gewiss nicht, denn schau, kannst du so hoch und so elegante Kurven fliegen wie ich? Nein, du taugst doch nur für den schnöden Tiefflug mit deinen Stummelflügeln!" sprach er und ging mit halsbrecherischer Geschwindigkeit

 

in einen steilen Sturzflug. "Ha, von wegen!" rief ihm der kleine Vogel hinterher und flog noch höher hinaus und noch höher.

Die Welt unter ihm wurde ganz klein, und selbst die größten Bäume nahmen sich aus wie niedriges Buschwerk. Das wurde dem kleinen Vogel nun doch unheimlich. Gerade wollte er in den Sinkflug gehen, da hörte er über sich ein Rauschen und blickte sich um. Ein riesenhafter Vogel - ja, er schien dem kleinen Vogel eher so groß wie ein Drache - kam herabgeschossen und streckte seine scharfen Klauen nach ihm aus.

Und wäre die Sonne nicht gewesen, die den Greifvogel mit einem scharfen Strahl blendete, so dass der kleine Vogel entfliehen konnte, dann wäre es wohl um ihn geschehen gewesen.

 
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